Lindner Atlas: Vorzerkleinerung mit intelligentem Energiemanagement

Darauf darf die Fachwelt gespannt sein: Lindner setzt auf die Zukunft des E-Antriebs in der Shredder-Technologie und hat in der Ersatzbrennstoff-Aufbereitung einen Trend ganz klar erkannt. Zur IFAT 2018 vom 14. bis 18. Mai in München führte der Technologieführer mit 70 Jahren Expertise im Maschinen- und Anlagenbau den Atlas ein. Der stationäre Vorzerkleinerer ergänzt die bewährte Baureihe Jupiter um einen „reißenden“ Zweiweller mit neuem Wellensystem für sehr hohe Durchsatzleistung und Verfügbarkeit – wirtschaftlich, effizient, energiesparend, umweltfreundlich, geräuscharm.

Optische Sortieranlagen, wie sie in modernen EBS-Linien der Vorzerkleinerung nachgeschaltet sind, können mehr Abfallwertstoffe für das Recycling erfassen und damit gesetzliche Vorgaben und Auflagen besser erfüllen, wenn das Austragsband gleichmäßig mit Material belegt ist. Zudem erweist sich eine gröbere Korngröße als Vorteil. Folien zum Beispiel, sollten das Format eines A4-Blattes haben.

Die Firma Lindner reagiert auf die steigenden Anforderungen an die Wertstoff-Sortierleistung und den wachsenden Bedarf an gröberen Shredder-Austragsmaterialien und bietet nun mit dem Atlas die perfekte Systemlösung in der EBS-Aufbereitungslinie mit der Komet Serie als hervorragende Nachzerkleinerer.

Zerkleinern mit intelligentem Energiemanagement – für das ideale Austragskorn

Beim neuen Atlas Zweiwellen-Vorzerkleinerer (langsam laufender Shredder mit hohem Drehmoment) können beide Wellen der Schnitteinheit mit massivem Gegenschneidrahmen unabhängig voneinander gedreht werden: Asynchron- und Synchronbetrieb. Sollte aufgrund von Fremd- und Störstoffen oder durch zähes Aufgabematerial eine der beiden Welle stehen bleiben, kann im Asynchronbetrieb immer noch mit der zweiten Welle zerkleinert werden, was einen kontinuierlichen und stets gleichmäßigen Materialaustrag gewährleistet. Wie Lindner-Produktmanager Stefan Scheiflinger-Ehrenwerth erläutert, erfolgt die Zerkleinerung in beide Richtungen, wodurch – auch im Reversiermodus – ein Spitzendurchsatz von 40 bis 50 Tonnen in der Stunde erreicht werden kann – je nach Aufgabematerial. Die robuste Maschine kommt dabei ohne Nachdrücker/Schieber aus: Aggressiver Selbsteinzug der Wellen. 

Die optischen Sortieranlagen können dann aus dem grob vorzerkleinerten, gleichmäßig ausgetragenen Material deutlich mehr Wertstoffe erkennen, separieren und aus dem Stoffstrom abscheiden. Der Atlas liefert das ideale Austragskorn für die Sortiertechnik und damit die bestmögliche Dosierung für die Nachzerkleinerung. 

Was den Atlas Zerkleinerer besonders und zur Innovation macht – asynchrone, reißende Wellensysteme gibt es ja schon seit längerer Zeit im Markt –, ist das elektrische Antriebskonzept der Maschine: Lindner als Technologieführer in der Zerkleinerungstechnik, baut seinen bekannten Asynchronmotor-Riemenantrieb weiter aus und stellt nun erstmalig einen Zweiweller mit intelligentem Energiemanagement vor. Stefan Scheiflinger-Ehrenwerth freut sich über den Entwicklungserfolg: „Der Atlas verbraucht dadurch bis zu 40 Prozent weniger Energie als Zerkleinerer mit herkömmlichem Hydraulikantrieb. Auch ist eine schnellere Reaktion als bei Hydraulik möglich.“ Und der Container für den Öltank entfällt: „Ein Hydraulik Power Pack, das so groß ist wie die Maschine selbst, ist nicht mehr nötig.“ Kompakt gebaut, beansprucht der Atlas wenig Platz im Anlagenbetrieb.

Autark und nahezu wartungsfrei

Hydraulikantriebe haben zwar den Vorteil, dass der Druck schnell geändert werden kann, doch erzeugen sie viel Wärme. Der Energieverlust ist dadurch enorm und es können außerdem Hydraulik-Flüssigkeiten austreten. Öl muss ohnehin regelmäßig nachgefüllt und der Motor laufend gewartet werden – alles in allem ein Aufwand, der sich beim E-Antrieb erübrigt. Und Hydraulik ist laut.  

Der Atlas hingegen ist sehr leise und nahezu wartungsfrei. „Außer den üblichen Wartungsintervallen mit Nachpanzerungsarbeiten nach einer gewissen Betriebsstundenanzahl muss man so gut wie nichts machen“, sagt Stefan Scheiflinger-Ehrenwerth. „Kein Schnittspalt muss nachgestellt werden, die Maschine fährt einfach bis zur vorgesehenen, geplanten Wartung.“ Lindner spricht hier von einem autarken System, das auf Dauerbetrieb ausgelegt ist – 24 Stunden, sieben Tage die Woche. „Der Atlas steht für maximale Produktivität ohne Stillstandzeiten“, fasst Stefan Scheiflinger-Ehrenwerth zusammen. „Man schaltet die Maschine am Montag in der Früh ein und lässt sie die ganze Woche über durchfahren.“

Selbstverständlich verfügt der Atlas über die drehmomentschaltende Sicherheitskupplung, die  vor Beschädigungen der Antriebseinheit bei Blockaden durch Störstoffe schützt. Denn das war Lindner bei der Entwicklung des stationären Vorzerkleinerers wichtig: Dass sich Bewährtes in der Innovation wiederfindet. So sorgt auch die bewährt robuste Sensorik für kontrolliertes Herunterfahren der Maschine und schont hier sämtliche Komponenten. Gesteuert wird der Zerkleinerer komfortabel per Fernbedienung vom Beschickungsfahrzeug (Radlader, Bagger) oder von der Leitwarte aus.

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