Dinos

Neue Aufbereitungsanlage fĂŒr slowenische Recycler Dinos

Washtech News

Die Dinos d.o.o. Ljubljana, Slowenien, hat im Februar 2020 eine neue Anlage zur Aufbereitung von industriellen KunststoffabfĂ€llen, insbesondere von Folien, offiziell in Betrieb genommen. Im Zentrum dieser Aufbereitungsanlage stehen eine universelle und hochmoderne Waschanlage der Lindner Washtech mit einer Reihe von neu- bzw. weiterentwickelten Komponenten wie der Schredder Micromat 2000, die effektive VorwĂ€sche Floater extend und ein mechanischer Trockner der Baureihe Loop-Dryer. Die Regranulierung der gewaschenen Flakes erfolgt ĂŒber den Erema Extruder namens Intarema 1714 TVEplus. Der Vollbetrieb lĂ€uft seit einigen Wochen und es wird Regranulat an fĂŒnf Tagen rund um die Uhr produziert.

Dinos gilt als einer der grĂ¶ĂŸten Entsorger und Recycler in Slowenien mit 19 aktiven Abfallhöfen. Das Unternehmen sammelt und recycelt Nicht-Metalle (Glas, Holz, Kunststoff, Papier), Metalle (alle Arten von altem und neuem Industrieschrott, Stahl, Edelstahl, Gusseisen) sowie „Nicht-Ferrometalle“ (Aluminium, Kupfer, Nickel, Zinn). Nach der Sammlung des Abfallmaterials werden die Materialien sortiert und anschließend aufbereitet. Das Unternehmen ist seit dem Jahr 2012 Teil der deutschen Scholz-Gruppe. „Dinos hat sich in den letzten 15 Jahren im Kunststoffsektor vor allem auf die Sammlung, das Pressen und das Zerkleinern konzentriert“, erklĂ€rt Jure Jambrovic, Plant Manager bei Dinos. „Aufgrund der sich auf dem Weltmarkt verĂ€ndernden Situation, wo die Platzierung von KunststoffabfĂ€llen immer schwieriger geworden ist, haben wir uns entschlossen, eine eigene Recyclinglinie in Betrieb zu nehmen. So haben wir die Möglichkeit, dem Markt ein qualitativ hochwertiges Endprodukt anbieten zu können.“

Aufbereitet werden vor allem LDPE und LLDPE transparent (hauptsÀchlich Verpackungsfolien aus dem Industriesektor & SupermÀrkten), LDPE-Mischfolien aus dem Post-Consumer Bereich, HDPE-FÀsser und HDPE-Kanister (hauptsÀchlich Verpackungen aus dem Industriesektor) sowie PP (Kisten und Verpackungen).

Andrej Gustin, Product Manager bei Dinos konstatiert: “Unsere Anlage ist eine Mehrzweckanlage zum Waschen und Regranulieren von LDPE und HDPE/PP (Hartkunststoff). Zurzeit recyceln wir postindustrielle Folien, welche wir in den vier Prozessstufen Zerkleinerung, WĂ€sche, Trocknung und Regranulierung aufbereiten. Die KapazitĂ€t der gesamten Anlage liegt bei ca. 8-12 Tonnen Regranulat pro 8-Stunden-Schicht.“

ZERKLEINERUNG MIT DEM SCHREDDER MICROMAT 2000

Der in der Branche bekannt zuverlĂ€ssige Schredder Micromat 2000 ist universell zur Zerkleinerung von Hartkunststoffen und Folien einsetzbar. Er zeichnet sich insbesondere durch eine kontinuierliche Zerkleinerung aus, wobei Produktionsschwankungen durch die neue Anlagensteuerung „RAMS Professional“ mit einer Vielzahl von Einstellmöglichkeiten verhindert werden können und dies auch bei unterschiedlichen Materialien wie Hartkunststoffen und Folien. Der innen liegende NachdrĂŒcker sorgt fĂŒr die optimale ZufĂŒhrung des Aufgabeguts zur Schnitteinheit und damit fĂŒr eine regelmĂ€ĂŸige Zerkleinerung. Ein prĂ€zise einstellbarer Schnittspalt ermöglicht einen geringen Feinanteil. Harald Hoffmann, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Lindner Washtech, ist ĂŒberzeugt: „Der Micromat 2000 hat sich seit Jahren als eine wichtige Kernkomponente in unseren Waschanlagen bewĂ€hrt. Die permanente Weiterentwicklung der Maschine garantiert ein gleichförmiges Output-Material, was eine wichtige Voraussetzung fĂŒr den nachgeschalteten Waschprozess ist und somit zur hohen ZuverlĂ€ssigkeit der gesamten Anlage beitrĂ€gt.“

NEUE VORWÄSCHE FLOATER EXTEND

Die von Lindner Washtech neu entwickelte VorwĂ€sche Floater extend optimiert die Trennung von Störstoffen aus den zu waschenden Kunststofffraktionen. Hierbei können mittels eines Schiebersystems im Gegensatz zu Schwimm-Sink-Verfahren auch solche Materialien dem Waschprozess zugefĂŒhrt werden, die ein spezifisches Gewicht grĂ¶ĂŸer 1 haben. Somit kann verhindert werden, dass beispielsweise wertvolle Folien mit starken Schmutzanhaftungen oder Kunststoffe mit mineralischen FĂŒllstoffen (Calciumcarbonat, Talkum) mit den auszuschleusenden Störstoffen separiert werden. Der komplette Floater wird aus Edelstahl gefertigt. Der Trennbereich hat eine GrĂ¶ĂŸe von 2.200 mm mal 1.250 mm. Austrag und Transport des Materials erfolgen ĂŒber zwei Austragschnecken mit jeweils 4,0 kW Antriebsleistung.

MECHANISCHE TROCKNUNG IM LOOP DRYER

Der Trockner der Baureihe Loop Dryer wird bei Dinos zur mechanischen Trocknung des zerkleinerten und gewaschenen Kunststoffmaterials eingesetzt. Durch Zentrifugalkraft werden im Loop Dryer die Materialien getrocknet und ferner von letzten Anhaftungen wie Papierfasern befreit. Der massive Trockner hat ein Gesamtgewicht von ca. 8,7 Tonnen. Der Rotordurchmesser betrĂ€gt ca. 1.500 mm bei einer RotorlĂ€nge von ca. 3.000 mm. Die sich mit diesem betrĂ€chtlichen Rotorradius ergebende Zentrifugalkraft und die damit verbundene große SiebflĂ€che sorgen fĂŒr einen hohen Wirkungsgrad und es wird möglich, Hartkunststoffe wie HDPE und PP in nur einer Trocknungsstufe auf unter drei Prozent Restfeuchte zu trocknen. Folienfraktionen werden nach der mechanischen Trocknung noch mittels GeblĂ€se zu einer thermischen Trocknung transportiert, bevor das Material dem Extruder zugefĂŒhrt wird.

SCHONENDE EXTRUSION UND HOCHEFFIZIENTE FILTRATION

Bei der Extrusion setzt Dinos auf das Know-how von Erema. Das patentierte Extrudersystem INTAREMAÂź TVEplusÂź in RegrindProÂź AusfĂŒhrung mit Laserfilter verarbeitet sowohl die LDPE-Folienfraktion als auch das anfallende HDPE- und PP-Mahlgut. Diese Maschine ist ein Allrounder, der durch sein breites Input-SchĂŒttdichtenspektrum von 30 bis 800 g/l sowohl dickwandiges Mahlgut als auch Folien verarbeitet. Dabei lĂ€sst sich die Maschine per vom Kunden festgelegter Rezeptur vollautomatisch steuern. Das Inputmaterial wird in der Preconditioning Unit langsam und homogen durchgewĂ€rmt und so getrocknet und entgast. Bei Mahlgut wird eine Verweilzeit von 1 Stunde erreicht. Das Material wird mit Warmluft durchströmt, leicht flĂŒchtige MolekĂŒle werden entfernt. Das fĂŒhrt bereits in diesem Prozessschritt zu einer deutlichen Geruchsreduktion und letztendlich zu einem grĂ¶ĂŸeren Einsatzgebiet fĂŒr das Regranulat. Das warme Inputmaterial wird dem Extruder zugefĂŒhrt und von einer Universalschnecke verarbeitet, das heißt ein Wechsel zwischen verschiedenen Mahlgutarten ist ohne Schneckentausch möglich. Im Anschluss entfernt der Laserfilter mit einer Filtrationsfeinheit bis 70 ”m noch vor der Entgasung nicht schmelzende Schmutzpartikel und Störstoffe wie etwa Silikone. Die finale Homogenisierung der Schmelze nach der Filtration und vor der Entgasung verstĂ€rkt die Entgasungsleistung. Damit ist die Schmelze optimal fĂŒr die Granulierung vorbereitet. „Neben der hohen QualitĂ€t, die das Regranulat damit erreicht, ist die FlexibilitĂ€t dieser Maschine in Bezug auf zu verarbeitendes Polymer, Mahlgut oder Folie ein großer Vorteil. Denn FlexibilitĂ€t und höchste RegranulatqualitĂ€t bewĂ€hren sich auch in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld“, so Clemens Kitzberger, Business Development Manager fĂŒr den Bereich Post Consumer in der Erema Group GmbH.

"Die Techniker von Lindner Washtech und Erema haben uns in der Engineering Phase toll unterstĂŒtzt, speziell auch bei der Abstimmung der einzelnen Prozessschritte. Die Anlage hat vom ersten Tag an funktioniert und liefert eine sehr hohe und stark nachgefragte Output-QualitĂ€t."

 

Jure Jambrovic

Plant Manager at Dinos