Eucalyptus Brasilien - Urraco 75

Energie aus Eukalyptus - Eine Aufgabe fĂŒr den Urraco 75 aus dem Hause Lindner

Erfolgsstory

Udo Siebert, Vertriebs- und Servicepartner von Lindner Recyclingtech in Brasilien, kennt keine bessere Maschine fĂŒr diese Zerkleinerungsanwendung als den Alleskönner Urraco 75 von Lindner: Aus Eukalyptusrinde stellen Zellulose-, Faser- und Spanplattenproduzenten in Brasilien Ersatzbrennstoffe zur autarken Energieversorgung her. Ein Markt mit Potenzial.

Curitiba ist die grĂŒnste Stadt Brasiliens, heißt es. Schon in den 1970er Jahren investierte die auf einem Hochplateau gelegene Metropole des Bundesstaates ParanĂĄ mit rund 1,8 Millionen Einwohnern in ein ökologisches Verkehrskonzept. Umwelt- und Ressourcenschutz werden seitdem großgeschrieben, und so hat auch Lindner-Recyclingtech Curitiba als vorteilhaften Standort fĂŒr Branchenunternehmen entdeckt: Vor sieben Jahren wurde die Firma Siebert & Cia als Vertretung in Brasilien ins Boot geholt. Als die brasilianische Regierung ein Deponierungsverbot fĂŒr Eukalyptusrinde erließ, entwickelte sich ein besonderer Bedarf an der Maschinenbaureihe Urraco. Zwei der fĂŒhrenden Zelluloseproduzenten in der Welt sowie ein namhafter Faser- und Spanplattenhersteller setzen den bewĂ€hrten Universal-Zerkleinerer von Lindner bereits in ihren Werken ein: Eldorado Brasil in Tres Lagoas, Fibria in Aracruz und Fibraplac in Glorinha.

EIN RELATIV NEUES VERFAHREN

Laut Udo Siebert fördert das Deponierungsverbot seit etwa zwei Jahren Investitionen in die energetische Verwertung von Eukalyptusrinde als ein relativ neues Verfahren: Immer mehr Zellulosefabriken in Brasilien verfĂŒgen ĂŒber eigene Waste-to-Energy-Anlagen mit Produktionslinien fĂŒr Ersatzbrennstoffe aus Eukalyptusrinde, die in der Zelluloseherstellung als Abfall anfĂ€llt. Eine Kompostierung des Materials kommt aus wirtschaftlichen GrĂŒnden nicht in Betracht. „Das lohnt sich in Brasilien nicht“, meint der Vertriebsprofi. Die niederkalorische Rinde wird nach der Zerkleinerung mit Holzchips und weiteren Zuschlagstoffen zu einem hochkalorischen Brennstoff aufbereitet und dann direkt in den Kraftwerksöfen der Betreiber zur Energiegewinnung verfeuert.

Eukalyptus ist keine heimische, in freier Natur wachsende Baumart, sondern wird in Brasilien forstwirtschaftlich kultiviert. Vor 200 Jahren aus Australien und Tasmanien eingefĂŒhrt, befinden sich heute die grĂ¶ĂŸten Eukalyptusplantagen in der SĂŒdost-Region des Landes. Die GesamtanbauflĂ€che in Brasilien wird auf vier bis fĂŒnf Millionen Hektar geschĂ€tzt. Hauptabnehmer sind die Zellulose-, Faser- und Spanplattenhersteller des Landes. Die StĂ€mme werden zumeist erst dort zur weiteren Verarbeitung entrindet. FĂŒr die anschließende Zerkleinerung der Rinde zur Ersatzbrennstoffproduktion nutzten Eldorado Brasil, Fibria und Fibraplac anfangs andere Maschinen am Markt, die sich jedoch als störanfĂ€llig erwiesen. Denn die Rinde gelangt samt Schmutz- und Fremdstoffanteil (Sand, Steine, Erde etc.) in den Shredder und wird vorab nicht gereinigt. Das geschieht ĂŒber nachgeschaltete Systeme.

ZWEI FLIEGEN MIT EINER KLAPPE GESCHLAGEN

Auf der Suche nach einem störstoffunempfindlichen Zerkleinerer fiel die Wahl der drei Unternehmen auf den mobilen Urraco 75 von Lindner mit dem 350 PS starken Dieselmotor, der die Anforderungen der Abgasnorm Lateinamerikas erfĂŒllt. FĂŒr Udo Siebert nicht nur eine gute, sondern die beste Wahl: „Ich kenne keinen anderen Zweiwellen-Zerkleinerer am Markt, dem selbst große Steine im Materialinput nichts anhaben können. Auch schließt die hydraulische Reversierfunktion des Urraco SchĂ€den aus. Die Zerkleinerungswellen ziehen das Material gleichmĂ€ĂŸig und sehr effizient ein. Im Zerkleinerungsprozess wirken die Werkzeugwellen derart zusammen, dass eine BrĂŒckenbildung vermieden wird.“

Der verfahrenstypische Brechvorgang des langsam, mit niedriger Drehzahl laufenden Zweiwellen-Zerkleinerers minimiert zugleich die Staubentwicklung. Das intelligente Doppelkipptrichtersystem mit einer Kippneigung bis 80 Grad unterstĂŒtzt die optimale MaterialzufĂŒhrung zu den Wellen. Je nach eingesetzter Welle zerkleinert der Urraco Ă€ußerst kraftvoll und dabei materialschonend Holz, Biomasse, Wurzelstöcke, Papierrollen, Haus-, Gewerbe-, Industrie- sowie BaumischabfĂ€lle, Betonschwellen, SperrmĂŒll, Elektronik- und Leichtschrott, Aluprofile, Pkw-Karosserien und vieles mehr. Die Kunden in Brasilien, die aus zerkleinerter Eukalyptusrinde Ersatzbrennstoffe produzieren, ĂŒberzeugen dabei besonders der geringe Verschleiß und der niedrige Kraftstoffverbrauch von 0,8 bis 0,9 Litern Diesel pro Tonne Rinde. Bis zu 300 Tonnen Rinde werden tĂ€glich in den Werken der Anwender aufbereitet. Durchschnittlich sechs Stunden am Tag ist hier der Urraco 75 in Betrieb und zerkleinert das Material auf eine KorngrĂ¶ĂŸe von 120 Millimetern. Der Stundendurchsatz liegt bei 30 Tonnen.

Beim Service ist das Team von Siebert & Cia vor Ort zur Stelle. In der Regel alle 1000 Betriebsstunden wird das Wellenpaar des Urraco 75 gewartet – abhĂ€ngig vom Material und dem Verschmutzungsgrad des Inputs. Auf Wunsch eines Kunden wird monatlich sogar eine Inspektion der eingesetzten Maschine durchgefĂŒhrt, um BetriebsstillstĂ€nden vorzusorgen. Udo Siebert ist mit der bisherigen Bilanz sehr zufrieden und stellt eine steigende Nachfrage im Markt nach dem Urraco fest. „Ich bin mir sicher, dass wir unsere FĂŒhrungsrolle in dieser Anwendung noch ausbauen werden“, macht der Vertriebspartner von Lindner zugleich ein Alleinstellungsmerkmal aus. Und nicht nur nach Brasilien könnten kĂŒnftig mehr Lindner-Zerkleinerer „Made in Austria“ verkauft werden, denn auch in anderen sĂŒdamerikanischen LĂ€ndern gewinnt das Thema Ersatzbrennstoffe zur Lösung von zwei Problemen – MĂŒll und Energie – an Bedeutung.

 

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